2003-05-05: Osteuropa


Ungarn: In Ungarn stehen über 94,000 ha unter Reben, davon 70 % mit Weißweinen. Rotwein wird vor allem im Süden, um Sopron (Ödenburg) und um Eger angebaut. Nach Erwähnung der wichtigsten Weinanbaugebiete kamen zur Verkostung (jeweils mit Endverbraucherpreis) 1. Irsai Oliver 2001/ Nyakas Pince/ Ungarn, ca. 6.90 € 2. Chardonnay 2001/Nyakas Pince/ Ungarn, ca. 9.00 € 3. Villany Cuvee Evolution 200/Monarchia Selection, ca. 11.90 € Die wichtigsten Rebsorten sind: rot: Kekfrankos (Blaufränkisch), Kekoporto (Blauer Portugieser), Zweigelt, der autochtone Kadarka, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Pinot Noir (Blauburgunder) sowie weiß: Olaz Rizling (Welschriesling), Szürkebarat (Ruländer Grauburgunder), Muskotaly (Muskateller), Chardonnay, Sauvignon Blanc, Traminer, Muscat Ottonel, und die drei Hauptsorten des Tokajers: Sargamuskotaly (Gelber Muskateller), und die autochtonen Furmint und Harslevelü (Lindenblättriger). Wie die Rebsortenauswahl zeigt, ist der österreichisch Einfluß im ungarischen Weinbau seit jeher und heute wieder beträchtlich. Laut dem Referenten gibt es in Ungarn sehr viel einfachen Wein, aber nur 5 bis 6 sehr gute Winzer (an ihrer Spitze der Österreicher Weninger) wobei der Mittelbau (derzeit noch) fehlt. Rumänien: Die Rebanbaufläche hat sich von 270.000 ha auf heute knapp unter 200.000 ha verringert, wobei heute über 50% internationale Rebsorten (rot: CS; CF; M, wenig Pinot Noir und Syrah bzw. weiß: Chardonnay, Sauvignon Blanc und Riesling Italia = Welschriesling) stehen. Der Deutsche Reh-Kendermann hat große Gebiete angekauft und exportiert seine rumänischen Weine. Die folgende Verkostung zeigt, dass gute Vorraussetzungen wären, aber es (noch?) am Ausbau sehr mangelt (unsauber, oxydativ): 4. Merlot Gran Reserva 2000/Vinarte von den Danubia Terrassen/Wein & Co, ca. 8.00 €


Bulgarien: Auch hier wurde die Rebanbaufläche von 165.000 ha auf heute ca. 90.000 ha reduziert und alle Weingüter wieder reprivatisiert. Etwa 50% derWeingärten ist mit internationaler Rebsorten (CS, M, Senso = Cinsault), der Rest mit autochtonen Rebsorten (Mavrud, Melnik, ....) bestockt. Wie die folgende Verkostung zeigte, kann das warme Klima sehr extraktreich Weine hervorbringen: 5. Merlot 2001, Damianitza winery, ca. 4.99€ 6. Cabernet Sauvignon 2001, Damianitza winery, ca 4,99€ 7. Uniquato 2001, reinsortiger Melnik Barrique, Damianitza winery, 9.99€ 8. No man´s land 2000, reinsortier CS, Damianitza winery, 7,50€ (2001er 8.90€) 9. ReDark 200, reinsortiger Merlot, Damianiza winery, 10.90 /2004 (2001er 11,90€) Griechenland: Von der ca. 190.000 ha großen Rebanbaufläche werden nur ca. 100.000 ha für die Weinproduktion und der Rest von ca. 90.000 ha für die Rosinenproduktion genützt. Davon ist etwa 75 % Weißwein (Retsina!) und 25 % Rotwein von fast ausschließlich einheimischen Rebsorten (nur 4 % ausländische Rebsorten.). Der Referent berichtet, dass die Spitzenweine der 60 –70 Boutiquen-Weingüter bereits ihre festen Abnehmer haben und am Markt praktisch nicht erhältlich sind. Zur Verkostung kamen: 10. Mega Oenos 1998/Skouras/Nemea, CS + Agiorgitiko, ca. 12.-€ 11. Merlot 1999, Domaine Lazaridi, Nordgriechenland (Adriani), ca. 15.-€ 12. Syrah 1998, Yiannis Boutaris, Ktima Kyr Yianni, Nordgriechenland, 21.-€ 13. Yianakohorie 1998,(65% Xinomavro, 35% Merlot), Ktima KyrYianni, 21.-€ 14. Single Vineyard Xinomavro 2000, Ktima Kyr Yianni, 21.-€ 15. reiner Agiorgitiko, Palivau Vineyards: Nemea 99, 16. reiner Agiorgitiko, „Miden Agau“, Papannoni 99 Dr. Johannes Rudisch